Workshop 2: Aufbau einer Satschüssel

Eine Satellitenantenne aufzubauen ist zwar kein Problem und dies kann auch von jedem durchgeführt werden, doch sollte man beim Aufbau einige Dinge beachten. Ich gehe auf dieser Seite nur auf die Installation einer kleineren Offsetantenne ein, welche für die Standardsatelliten geeignet ist. Um in den Genuss von digitalen und evtl. analogen Fernseh- und Radioprogrammen zu kommen, sollten folgende Kriterien erfüllt sein:

Beispiel für die Ausleuchtzone des Satelliten ASTRA 1D im positiven Horizontalmodus.
Empfohlene Schüsselgrößen bei bestimmten LNB-Rauschfaktoren und Satellitenleistungen (EIRP)
Offsetspiegel Sind diese Punkte erfüllt, dann kann es mit der Installation losgehen. Zuvor sollte man wissen, wie ein Satspiegel funktioniert. Er besteht aus vier Teilen: dem Spiegelreflektor, der Halterung mit Elevationsskala, dem Feedarm und dem LNB. Wie in der nachfolgenden Abbildung zu sehen ist, reflektiert der Spiegel die vom Satelliten kommenden Signale zum LNB. Der LNB setzt die Signale in ein kleineres Signal um, das über Koaxleitungen übertragen werden kann.
Der hier beschriebene Offsetspiegel hat durch den nicht senkrecht zum Spiegelreflektor liegenden Brennpunkt den Vorteil, dass der Reflektor relativ geringen Platz einnimmt. Offsetspiegel sind eigentlich auf dem Markt für Privathaushalte dominierend. Nach dem Auspacken sollte man die Bestandteile der Antenne sortieren, damit man später auf diese schnell zugreifen kann und um auf fehlende Teile zu kontrollieren. Dann ist je nach Installationsort eine Halterung erforderlich (in diesem Beispiel eine Bodenhalterung). Diese Halterung muss unbedingt senkrecht zum Erdboden stehen. Eine Satellitenantenne kann man überall installieren, z.B. im Garten, an der Hauswand, auf dem Balkon und auf dem Dach. Wichtig ist, wie oben beschrieben, eine freie Sicht nach Süden zum Satelliten. Die Halterung sollte massiv sein, damit auch bei großer Antennengröße sicherer Stand gewährleistet ist.
Dann baut man die Antenne gemäss der Gebrauchsanweisung zusammen. Die Hersteller haben dafür unterschiedliche Methoden entwickelt. Anschließend befestigt man diese an die Halterung, wobei der Feedarm grob in Richtung Süden zeigt. Das LNB wird befestigt und an einen nahegelegenen voreingestellten Analogreceiver oder ein professionelles Meßgerät angeschlossen. Mit einem Digitalreceiver kann man eine Antenne notfalls auch ausrichten. Auch ein Levelmeter bzw. Satfinder für 25 Euro eignet sich für diesen Zweck.
Auf der Antennenrückseite stellt man dann den für den geografischen Standort zugehörenden Elevationswinkel ein. Solche Werte erhält man bei Fachkatalogen wie Hirschmann oder Kathrein und auch im Satellitenfachgeschäft. Für ASTRA und Eutelsat Hotbird habe ich in Leipzig einen Wert von ca. 31.0°. An der Skale läßt sich dieser Wert einstellen. Dann zieht man die dort befindliche Schraube leicht an, den die Elevation wird später noch genauer eingestellt.
Dann stellt man das Messgerät oder den Receiver auf einen voreingestellten Kanal, den man nur über diesen Satelliten empfangen kann z.B. Pro 7. Für Analogreceiver gilt natürlich der Fernsehstandard PAL und für Digitalreceiver der Standard MPEG. Das Instrument wird mit dem LNB verbunden, wenn dies noch nicht geschehen ist. Wie erwähnt, kann man auch auf einen Gartentisch Receiver und Fernsehapparat stellen, und diesen zum Satelitenfinden benutzen. Der Satellitenreceiver wird mit einem Scartkabel mit dem Fernseher verbunden und dieser auf AV oder AUX (je nach Hersteller) eingestellt.
Während man auf den Fernsehbildschirm oder auf das Messgerät schaut, beginnt man damit, die Antenne langsam von West nach Ost und umgekehrt zu drehen. Sobald ein Pegelausschlag bzw. ein Bild des eingestellten Kanals zu sehen ist, schraubt man die Antenne in dem Moment fest, bei dem ein maximaler Pegel bzw. ein Bild mit minimalen Störungen angezeigt wird. Die Ausrichtung des Azimuts ist abgeschlossen.
Nun wird die Elevation korrigiert, indem man die Schraube an der Skala etwas löst und die Antenne langsam nach unten bzw. oben schwenkt. Man achtet auch hier wieder auf das Signal. Diese Schraube wird erst dann fest geschraubt, wenn ein bestes Signal erreicht ist. Nachdem die Elevation fest eingestellt ist kann das Azimut gegebenfalls noch einmal besser eingestellt werden. Damit später keine Störungen bei Regen etc. auftreten, ist es wichtig, die Antenne möglichst genau auszurichten. Dafür ist sicher etwas Fingespitzengefühl nötig, das sich aber bezahlt macht.
Das LNB sollte normalerweise (wie in den oberen Bildern zu sehen) senkrecht oder nach Markierung gedreht sein, damit die horizontalen und vertikalen Empfangsschlitze innerhalb des LNBs auch wirklich nur ihre vorgesehenen Signale empfangen. Dies kann ebenfalls durch Ablesen des Signalpegels korrigiert werden, denn der Winkel ist in Spanien ganz anders als in Deutschland. Hier auf dieser Abbildung ist das demonstriert.
Nun kann man die Verschraubungen noch einmal festigen und die Messgeräte vom LNB trennen und statt dessen die Verbindung zum Receiver innerhalb des Hauses mittels Koax-Kabel herstellen und man kann die breite Auswahl von Satellitenprogrammen genießen. Man kann an eine Antenne auch mehrere LNBs anschließen oder einen Drehmotor einrichten, um andere Satelliten als z.B. ASTRA zu empfangen doch mehr dazu in einer der nächsten Workshops.


Bilder: © SES/ASTRA, Teleropa, Steve Kaiser