Workshop 1: Digtalempfang

Umrüsten der Sat-Anlage von analog auf digital:
Sind sie noch in Besitz einer analogen Satellitenempfangsanlage und möchten nun die Vorzüge des Digitalempfangs genießen? Die Digitaltechnik wird spätestens im Jahre 2010 Standard hier in Deutschland sein. Digitaltechnik bietet folgende Vorteile:
Vom Sender aus werden die Bild- und Toninformationen in binäre Daten umgewandelt (gekennzeichnet durch Einsen und Nullen) und mithilfe der MPEG 2-Norm komprimiert, d.h. sie werden auf ein kleineres Seichervolumen reduziert. Dieser Vorgang wird Digitalisierung genannt. Diese Daten werden nun mit großen Parabolantennen auf die Reise zum Satelliten geschickt. Dort werden sie verstärkt und zur Erde zurückgesendet. Der Receiver wandelt diese Daten nun wieder in ein analoges PAL-Signal. Eine Kommision hat sich auf einen universellen Standard geeinigt, nachdem alle Signale digitalisiert werden: DVB (Digital Video Broadcasting)
Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Arten von Digitalreceivern.
a) Wenn Sie heute und in Zukunft nur freie, d.h. kostenlose und unverschlüsselte Kanäle empfangen wollen, dann sind mit einem sogenannten Free-To-Air-Receiver (FTA) gut beraten. Diese sind zum Empfang von Pay-TV nicht geeignet. Man kann hier nicht (wie es bei Analog der Fall war) später eine entsprechende Decoderbox anschließen, sondern man benötigt einen
b) Receiver mit eingebautem CI (Common-Interface)-Steckplatz, um neben allen freien Programmen auch Pay-TV sehen zu können (siehe Bild). Receiver In dieses CI wird ein CA-Modul (Conditional Access-Modul) eingesteckt, indem wiederum eine Smartcard des entsprechenden Pay-Anbieters steckt. Die Pay-Anbieter setzen unterschiedliche CA-Normen ein z.B. ViACCESS, SECA, Cryptoworks, Irdeto, Betacrypt, Conax, Mediaguard, Nagravision, Syster, Power Vu, usw. Um Premierse empfangen zu lönnen, benötgt man ein Nagravision CAM und als Abo die nötige Smartcard.
c) Es gibt auch Receiver, die das Verschlüsselungsmodul (CA) bereits im Gerät integriert haben. Z.B. Nokia Mediamaster 9800 S mit ViACCESS.
Um eine analoge Satellitenempfangsanlage in eine digitale umzuwandeln, bedarf es noch einiger Handgriffe.

Zunächst einmal müssen Sie herausfinden, welche Komponenten im einzelnen an ihre Anlage angeschlossen sind. Dazu zählen Teilnehmer (Anzahl der Receiver), ob sie in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus wohnen und welche Satelliten angepeilt werden z.B. ASTRA, Eutelsat etc. Das dürfte ja nicht schwer sein.
Sollte an Ihrer Satellitenantenne nur ein einziger Receiver angeschlossen sein, und das eingesetzte LNB höchstwahrscheinlich ein Single-LNB (siehe Tabelle unten) sein, dann brauchen sie dieses LNB nur gegen ein Universal Single-LNB auszutauschen, und den Digitalreceiver am Ende der Leitung nur anschließen. Ihren alten Analogreceiver brauchen Sie deshalb nicht "wegschmeißen", sondern können ihn einfach am Ausgang des Digitalreceivers anschließen. So können Sie bei Nichtbenutzung des Digitalreceivers analoge TV- und Radioprogramme empfangen.
Es gibt aber auch sogennante Multifeed-Anlagen, bei denen ein LNB z.B. auf Eutelsat Hotbitd und das andere auf ASTRA ausgerichtet ist. Bei analogen Anlagen wurde zur Umschaltung ein 22 kHz-Schalter (ToneBurst) eingesetzt. Diesen müssen Sie gegen einen DiSEqC-(Digital Satellite Equipment Control)-Schalter umtauschen. Hierfür eignen sich DiSEqC 2/1-Schalter sehr gut (siehe Bild).
Einteilnehmeranlage Multifeedlösung Universal-Quattro-LNB
Einteilnehmeranlage für einen Satelliten Einteilnehmeranlage für zwei Satelliten Universal-Quattro-LNB von © Kathrein wird mit Wetterschutzkappe ausgestattet
Bei Umstellung einer Mehteilnehmeranlage auf Digitaltauglichkeit ist es schon etwas komplizierter.
Wenn Sie maximal 2 Teilnehmer anschließen möchten, dann ist das alte Twin-LNB gegen ein Universal-Twin-LNB auszutauschen. In diesem Fall brauchen auch keine neuen Leitungen gelegt werden. Bei Multifeedempfang sind demzufolge 2 Universal-Twin-LNBs erforderlich. Bei einer bisherigen Anlage wurden diese beiden LNBs mit zwei 22 kHz-Schaltern versehen, welche auch gegen DiSEqC-2/1-Schalter auszutauschen sind. (siehe Bild).
Sollten bei einer Ein-Satellitenanlage mehr als 2 Receiver angeschlossen werden, dann setzt man in der Regel einen DiSEqC-Multischalter ein. Hier müssen sie allerdings ein Universal-Quattro-LNB (mit vier Ausgängen) installieren. Das ist notwendig, da beim Digitalempfang vier Ebenen zur Verfügung stehen, die jeder Teilnehmer anzapfen möchte. Diese 4 Ausgänge, d.h. 1x Horizontal Lowband, 1x Vertikal Lowband, 1x Horizontal Highband und 1x Vertikal Highband müssen sie mit den entsprechenden eingängen des 4/x-Multischalters verbinden. Das x bezieht sich hierbei auf die Anzahl der Ausgänge. Es gibt auch 5/x-Multischalter, bei denen zusätzlich terrestrische Signale eingeschleift werden können.
Bei Mehrteilnehmer-Multifeedempfang ist es genauso, nur dass man zwei Universal-Quattro-LNBs benötigt und einen 8/x- (bzw. 9/x- für terr. Einspeisung) Multischalter braucht.
Anlagenbeispiel 5/4-Multischalter 11/20-Multischalter
Beispiel 5/4-Multischalter von © Kathrein 11/20-Multischalter von © TechniSat

Dies sind die gängigsten Varianten zur Umstellung einer analogen Satellitenempfangsanlage auf Digital. Neben diesen gibt es aber auch noch Drehanlagen, welche aus einer mit motorgesteuerten Antennenschüssel bestehen und den ganzen sichtbaren Satellitenhimmel "abscannen". Der Motor wird von einer Extra-Steuereinheit betreiben, und ist unabhänhig vom eingesetzten Receiver. Für solche Zwecke eignet sich besonders die Nokia D-Box 1 mit der DVB2000-Software. Sie bietet dem Fortgeschrittenen unzählige Möglichkeiten zum digitalen Satellitenempfang und besonders zum "Exotenempfang".
dBox 1