Auf den Bildern oben zu sehen sind Feeds, die von sogenannten SNGs
(Satellite News Gathering) stammen. Mobile Sendestudios, mit der
Möglichkeit von jedem beliebigen Ort eine live-Schalte oder
Übertragung durchzuführen. Das Signal wird über einen
Zuspielsatelliten (z.B. Eutelsat W1) zum Sendestudio gesendet. Dort
wird das Bild entsprechend in der Regie weiterverarbeitet und
anschließend erneut zum Direktstrahl-Satelliten z.B. ASTRA
gesendet.
Herr Schröder bekommt einen Ohrhörer, der an ein Telefon
angeschlossen ist. Dieses Telefon ist mit der Regie des Senders
verbunden, somit werden Informationen, Anweisungen und Fragen an den
Korrespondenten gesendet. Das Signal kommt beim Empfänger einige
Sekunden verzögert an, da der Weg vom Satelliten und zurück
"nur" so schnell ist, wie das Licht. Desweiteren führen die
MPEG-Encoding und -Decodingprozesse ebenfalls zu einigen Millisekunden
Verzögerungen. Um somit Echos zu vermeiden, wird die Interrupted
Feedback-Technik (oder n-1 genannt) angewendet.
Satellitenübertragung / TV-Sender
Der eigentliche Weg des "fertigen" Fernsehprogrammes zum Satelliten
ASTRA erfolgt je nach Programm ganz unterschiedlich.
Auch hier muß wieder zwischen analoger und digitaler
Signalübertragung differenziert werden.
Grundsätzlich spricht man bei Satelliten von Uplink
(Aufwärtsstrecke) und Downlink (Abwärtsstrecke). Die
Frequenzbereiche für den Downlink liegen zwischen 10.7 und 12.75
GHz. Der Frequenzbereich des Uplinks liegt bei 13 bis 14 GHz. Daneben
existiert um 17 GHz ein weiterer Bereich für den Uplink. Diese
Frequenzen sind wie viele andere Dinge in der Telekommunikation
international von der WARC in Genf festgelegt.
Satelliten verfügen über eine Ausleuchtzone, wie der Strahl
einer Taschenlampe. Ausleuchtzonen (Footprints) werden schon beim Bau
der Satelliten durch die Formung der Antennenreflektoren bestimmt.
Da die Satellitenübertragung durch die hohe Leistungsanforderung
Mikrowellen erfordert, gelten für die Satellitenübertragung
ebenfalls andere Sendecharakteristiken als die terrestrische
Signalübertragung. Mikrowellen erfordern aufgrund der sehr kleinen
Wellenlänge sehr engmaschige bzw. vollmetallische
Reflektormaterialien. Andererseits können Mikrowellen nicht mehr
wie UHF- oder VHF-Signale über Kupferkabel übertragen werden.
Es gibt somit zwei Auswege.: diese Signale über kleine
Übertragungsrohre, den Rund- oder Rechteckhohlleitern
übertragen, oder den Sende/Empfangsdipol unmittelbar in den
Brennpunkt der Parabolantenne bringen und die Signale dort in einen
weit tieferen Frequenzbereich (Zwischenfrequenz) umzuwandeln. Letztere
Lösung ist das sogenannte LNC (Low Noise Converter) und findet bei
handelsüblichen Satellitenempfangantennen Anwendung.
Bei Sendeantennen ist es etwas anders. Üblicherweise sind
Uplinkantennen mindestens so groß, dass das Signal bei
schlechtesten Bedingungen den Satelliten immer noch erreicht. Ein
weiterer Unterschied ist, dass häufig Doppelreflektoren nach
der Cassegrain-Methode verwendet werden.
Somit liegt das Speisesystem hinter der Hauptantenne und kann dadurch
günstiger vor Wetter geschützt werden. Bei professionellen
Antennen wird die Sendeelektronik anders als bei den
Empfangsaußenanlagen in einem nahegelegenen Sendegebäude
getrennt untergebracht. Dort befinden sich der sogenannte Low Noise
Amplifier (LNA)
(Verstärker) und der Upconverter, an dessem Eingang die
modulierten
Sendesignale anliegen.
Der Upconverter hat die Aufgabe, die Zwischenfrequenz, auf der die
Signale liegen, in den 11/12 GHz-Bereich umzuformen.
Von dort aus verlaufen die Mikrowellen weiter über Hohlleiter zum
Speisesystem der Parabolantenne.
Das obere Bild zeigt eine Doppelreflektorantenne 9 m des
Satellitenbetreibers SES-ASTRA. Markant sind auch die stabförmigen
Blitzableiter und die flache Düse oberhalb des
Wellenausgangs/Feeds. Dort wird bei Regen oder Schnee warme Abluft aus
dem Sendegebäude über den Wellenausgang geführt und das
Wasser und Eis dort verdunstet, um die Signalstärke beizubehalten
und das Streuverhalten zu minimieren.
Es ist ebenfalls ziemlich schwierig eine große Parabolantenne
genau auszurichten. Je größer der Spiegel, desto
stärker machen sich Abweichungen bemerkbar. Deshalb wird
auch für die Montage und das Fundament großer Aufwand
betrieben, um einen festen Stand zu gewährleisten.
Bekanntlich stehen selbst geostationäre Satelliten im Orbit nicht
ganz still. Durch Korrekturmanöver wird dies ausgeglichen. Doch
durch das "Taumeln" müssen auch die Antennen immer im genau im
Focus des Satelliten sein. Deshalb sind professionelle Parabolspiegel
immer mit Motoren ausgestattet, um die Antenne in Azimut und Elevation
zu korrigieren.
Bei folgendem Bild sind beide Schubstangenmotoren zu erkennen, wobei
der Schubstangenmotor für Azimuth in diesem Fall nur in der
Reflektion am Gebäude zu erkennen ist.
Hier zu sehen sind die Hohlleiter, die an beweglichen Teilen der
Antenne flexibel sein müssen:
Analoge Satellitensignale werden nach
dem Frequenzmodulationsverfahren (FM) auf eine Trägerfrequenz
moduliert. Bei digitalen Signalen wird, wie bereits mehrmals
erwähnt, Quarternary Phase Shift Keying (QPSK) angewandt.
Ähnlich wie beim QAM-Verfahren gibt es hierfür auch ein
Phasendiagramm, welches dann so aussieht:
Die Phase der Frequenz wird bei diesem Verfahren um 45°, 135°,
225° bzw. 315° umgeschaltet. Durch diese vier
Möglichkeiten ergeben sich somit vier Möglichkeiten, eine 2
bit-Zahl darzustellen (siehe oben). 2 bit entspricht dann einem Symbol.
Die Anzahl von Phasenumtastungen und damit Symbolrate pro Sekunde wird
als
Symbolrate bezeichnet. Zusammen mit der FEC (Forward Error Correction)
bestimmt diese die Datenrate pro Transponder.
Wie bei DVB-T und DVB-C werden auch bei DVB-S die Videodaten in MPEG-2
encodiert. Pro Fernsehkanal fallen dafür etwa 3-6 Mbit/s an. Dies
erlaubt bei großen Datenkapazitäten eine Verschachtelung
mehrerer
Fernsehkanäle in einen Datenstrom.
Hinzukommen natürlich noch der Audiostream und Zusatzdaten wie:
PAT (Programme Information Table); enthält eine Auflistung aller
im Datenpaket vorhandenen Programme
PMT (Programme Mapping Table); enthält Liste der zu einem Programm
gehörenden Video-PID, Audio-PID und andere Daten
CAT (Conditional Access Table); enthält Informationen über
zugriffsberechtigete Fernsehprogramme
NIT (Network Information Table); enthält Auflistung weiterer
Programmpakete, die das "Netzwerk" auf anderen Transpondern hat
EIT (Event Information Table); enthält Daten über die
elektronische Fernsehzeitschrift EPG für jedes Paket
...
Bei den ASTRA-Satelliten haben die Transponder eine Bandbreite von ca.
27 MHz. SES-ASTRA nutzt deshalb die gesamte Bandbreite pro Transponder,
um eine möglichst hohe Datenrate zu erzielen.
Diese Methode wird auch MCPC (Multi Channel per Carrier) genannt.
Im Fall von ASTRA ergeben sich somit folgende gängige
Konstellationen. Die Werte habe ich nach dem Reed-Solomon-Verfahren
berechnet:
Symbolrate Msymb/s
|
FEC
|
verfügbare Datenrate Mbit/s
|
| 27500 |
7/8
|
48125
|
| 27500 |
5/6 |
45833
|
27500
|
3/4 |
41250* |
| 27500 |
2/3 |
36667 |
| 27500 |
1/2
|
27500
|
| 22000 |
7/8
|
38500
|
| 22000 |
5/6
|
36667* |
| 22000 |
3/4
|
33000
|
| 22000 |
2/3
|
29333
|
| 22000 |
1/2
|
22000
|
Die mit * gekennzeichneten Zeilen sind bei ASTRA derzei in Verwendung.
Die Verschachtelung mehrerer Fernseh- / Radioprogramme und anderer
Dienste erfolgt mittels Multiplexern.
An den Eingängen des Mulitplexers stehen in MPEG-2 encodierte
Datenströme oder andere Daten vor. Am Ausgang liegt dann der
fertige Transportstrom an, welcher dann zum QPSK-Modulator, LNA (Low
Noise Amplifier), Upconverter und schließlich über die
Parabolantenne zum Satelliten geschickt wird.
Folgendes Schema soll das Prinzip von DVB-S näher veranschaulichen.
Uplink der großen Programme in
Deutschland im Detail: