Weltraumbahnhof Kourou
Auf den folgenden Seiten möchte ich den europäischen Weltraumbahnhof in Form eines virtuellen Rundgangs genauer erklären. Dabei werden die Startanlagen sowie die Bodenkontroll- und Satellitenintegrationsgebäude genauer erklärt.
Einführung
Kourou ist die Heimat der Ariane-Raketen, die 1979 zum ersten Mal von hier aus gestartet wurden. Kourou liegt an der Atlantikküste des Landes Französisch Guyana in Südamerika, welches ein Überseedepartement Frankreichs ist. Der Weltraumbahnhof befindet sich ca. 5° über dem Äquator, was u.a. enorme Vorteile für die Raumfahrtphysik bringt:
-die Erdrotationsgeschwindigkeit ist am Äqutor am größten (0.46 km/s), die den gestarteten Raketen zusätzlichen "Schwung verleihen".
-Kourou ist sicher vor Erdbeben und Wirbelstürmen
-da die Raketen direkt am Atlantik gestartet werden, ist das Sicherheitsrisiko hier sehr gering

Der Standort von Kourou als Raketenabschussort wurde 1968 von der neu gegründeten ESA beschlossen. Später wurde dem Weltraumbahnhof der Name CSG (Centre Spatial Guyanais) gegeben.
Während in den ersten Jahren des Betriebs nur kleinere Startanlagen für die damalige Diamant und die Europa-Rakete im CSG vorhanden waren, prägen heute die Startanlagen für die Ariane das Bild. Diese Startanlagen haben den Namen ELA (Ensembles de Lancement Ariane).
ELA 1 wurde von den Raketenversionen Ariane 1 bis 3 genutzt und wurde 1991 abgebaut.
ELA 2 war der Startplatz für die Ariane 4 und hat auch 3 mal zum Start der Ariane 2 bzw. 3 gedient.
ELA 3 ist der größe Startkomplex für die Ariane 5.
Auf dieser Karte sind die wichtigsten Einrichtungen des CSG gekennzeichnet.

Unsere Tour beginnen wir im technischen Zentrum des Weltraumbahnhofs, welches gleichzeitig seinen Eingang darstellt.
Markant sind ein großer Stahlglobus und ein lebensgroßes Modell einer Ariane 5-Rakete. Gleich daneben befindet sich das Jupiter 2-Kontrollzentrum und ein Weltraummuseum. Die Sicherheitsvorkehrungen im CSG sind sehr hoch und so ist an jedem Kontrollpunkt die Vorlage eines speziellen Ausweises nötig. Das technische Zentrum selbst ist eigentlich der Verwaltungsteil des CSG. Hier befinden sich die Konferenzsäale, Bürogebäude, Presseeinrichtungen und nicht zuletzt die Feuerwehrstation. Das folgende Bild zeigt das Jupiter 2-Kontrollzentrum und im Hintergrund das Satellitenvorbereitungsgebäude S1. Dieser Teil des Weltraumbahnhofs befindet sich ca. 12 km südöstlich der Startanlagen und somit in sicherem Abstand. Angrenzend an das technische Zentrum befindet sich der Hügel "Pariacabo", auf dem sich die Telekommunikationszentrale des Weltraumbahnhofs befindet.

Das Jupiter-Kontrollzentrum ist das eigentliche Herz des Weltraumbahnhofs in Bezug auf einen Startablauf. Hier laufen alle Fäden zusammen. Im Inneren befinden sich getrennt voneinander der Besuchersaal und der Raum für das Kontrollpersonal. Eine riesige Leinwand zeigt Camerabilder der Kamera, eine Flugbanhkurve sowie das Statuspanel, daß vor dem Start angibt, ob alles bereit für den Countdown ist. An oberster Stelle des Kontrollpersonals sitzen der Missionsleiter "Chef de Mission" und der Operationsdirektor "Directeur des Operations". Sie koordinieren ein ganzes Team von Spezialisten für: Telemetriedatenempfang, Ortung, Sicherheit, Telekommunikation, Wetter, Logistik. Die wichtigsten Teams jedoch sind die Satelliten- und Raketeningenieure die im permantenten Kontakt mit den Missionsleitern stehen.

Das gegenwärtige Jupiter-Kontrollzentrum ist eigentlich das zweite Jupiter in der Geschichte des CSG. Das eigentliche Jupiter war bis Ende 1995 in Betrieb und befindet sich vis-a-vis zum neuen Kontrollzentrum. Der Kontrollsaal befand sich im obersten Stockwerk des Gebäudes und war den Anforderungen auf Ariane 5-Operationen nicht mehr gewachsen.
